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Nachrichten

Die beiden Realschulabschlussklassen der Ernst-Göbel-Schule verbrachten Anfang November eine intensive Studienfahrt in Berlin. Vier Tage lang bewegten sich die Schülerinnen und Schüler durch Orte, an denen deutsche Geschichte besonders dicht und unbequem spürbar wird. Im Mittelpunkt standen Erinnerungsorte des Nationalsozialismus, ergänzt durch Zugänge zur DDR-Vergangenheit.
Der Besuch der Topographie des Terrors bildete einen ersten Ausgangspunkt: Dort, wo einst Gestapo und SS ihre Zentrale hatten, rekonstruieren heute Dokumentationen die Mechanismen staatlicher Gewalt. In Sachsenhausen folgte eine Führung über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers – ein Programmpunkt, der vielen sehr nahe ging. Die Begegnung mit Überresten der Lagerstrukturen, mit Biografien und historischen Fakten führte zu Gesprächen, die über das reine Schulwissen hinausgingen.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte die Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Die Schülerinnen und Schüler besuchten die Gedenkstätte in der Innenstadt nahe des Brandenburger Tors und erhielten im Museum am Stelenfeld eine Einordnung, die Fragen nach Verantwortung, Erinnerung und Gegenwartsbezug aufwarf.
Dies wurde durch Eindrücke der dokumentierten Einzelschicksale sehr verstärkt. Die Referentin machte den beiden Klassen ein besonderes Kompliment, indem sie ihnen erklärte, dass sie noch nie deutsche Schulklassen an einem Sonntag geführt habe.
Am Nachmittag folgte der Besuch der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Dort ging es um Menschen, die sich dem NS-Regime entgegenstellten – mit hohem persönlichem Risiko und oft tödlichen Konsequenzen. Besonders starke Emotionen löste bei den Teilnehmenden das Schicksal eines Jugendlichen aus, der für das Verfassen und Verteilen von Flugblättern mit siebzehn Jahren enthauptet wurde.
Ein weiterer Block der Fahrt widmete sich der Geschichte der DDR. Die Gedenkstätte Hohenschönhausen, das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit, konfrontierte die Schülerinnen und Schüler mit Haftbedingungen, Verhörtechniken und der Funktionsweise politischer Repression. Die Führung machte klar, wie fein die Grenze zwischen staatlicher Kontrolle und offenem Unrecht verlaufen kann – und wie lange sich solche Strukturen im kollektiven Gedächtnis halten.
Ergänzt wurde das Programm durch einen historischen Rundgang durch Berlin-Mitte, einen Besuch im Deutschen Bundestag und Einblicke in aktuelle politische Debatten im Futurium. Diese Mischung aus historischen und gegenwartsbezogenen Lernorten verdeutlichte, wie stark politische Systeme, Freiheitsrechte und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verflochten sind.
Die Fahrt verlangte den Jugendlichen inhaltlich einiges ab. Viele Eindrücke wirkten nach, manche Gespräche liefen bis in den Abend hinein weiter. Genau darin lag der Wert dieser Tage: Die Schülerinnen und Schüler konnten Geschichte an ihren Originalorten erfahren – unbequem, komplex und ohne Filter.
Text: Matthias Trumpfheller

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