- Zur Anmeldung von Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine oder für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Sekretariat. Wir heißen Sie bei uns herzlich willkommen und finden individuelle Lösungen für den Besuch unserer Schule.
In der Woche vom 20. bis 25. April 2026 fand der Rückaustausch im Rahmen des Erasmus+-Projekts zwischen Schulen aus dem Odenwald und einer Partnerschule aus Istanbul statt. Nachdem 21 Schülerinnen und Schüler der Ernst-Göbel-Schule und der Georg-Ackermann-Schule bereits im Februar nach Istanbul gereist waren, besuchten nun die türkischen Austauschschülerinnen und Austauschschüler den Odenwald.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Themen Demokratie, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit. Während der Begegnungswoche erhielten die Gäste aus Istanbul Einblicke in das schulische, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Region. Zum Programm gehörten unter anderem Besuche an der Beruflichen Schule Odenwaldkreis in Michelstadt, an der Ernst-Göbel-Schule sowie an der Georg-Ackermann-Schule. Darüber hinaus standen gemeinsame Ausflüge nach Darmstadt und Frankfurt sowie die Erkundung der Erbacher Altstadt auf dem Programm.
Ein besonderer Höhepunkt des Rückaustauschs war das gemeinsame Abschiedsessen im Kloster Höchst. Dort erwartete die Teilnehmenden ein vielfältiges Grillbuffet, zu dem die deutschen Schülerinnen und Schüler selbst beigetragen hatten. Viele hatten gebacken, gekocht oder Speisen vorbereitet. So entstand eine herzliche und persönliche Atmosphäre, die den Gedanken des Austauschs noch einmal besonders sichtbar machte.
Im Rahmen des Abschiedsessens wurden außerdem Urkunden an die türkischen Schülerinnen und Schüler überreicht. Diese wurden durch den Bürgermeister der Gemeinde Höchst, Jens Fröhlich, ausgegeben und würdigten die Teilnahme am Erasmusprojekt sowie das Engagement der Jugendlichen im internationalen Austausch. Der Abend bot Gelegenheit, die gemeinsame Woche Revue passieren zu lassen, sich zu bedanken und die entstandenen Freundschaften zu feiern.
Der Rückaustausch im Odenwald knüpfte an die erste Begegnung im Februar an, als die deutsche Gruppe im Rahmen des Erasmus+-Programms die Partnerschule im Istanbuler Stadtteil Alibeyköy besucht hatte. Dort arbeiteten die Jugendlichen gemeinsam zu den Projektschwerpunkten und erhielten zugleich vielfältige Einblicke in das türkische Schulsystem sowie in den Alltag ihrer Austauschpartnerinnen und Austauschpartner.
Zu Beginn des Aufenthalts in Istanbul stellten die deutschen Teilnehmenden ihre Schulen, das deutsche Bildungssystem sowie Grundzüge Europas und der Europäischen Union vor. Auf dieser Grundlage entstanden Gespräche über Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Länder, insbesondere mit Blick auf demokratische Strukturen, gesellschaftliche Teilhabe und nachhaltiges Handeln.
Ein weiterer Schwerpunkt war die gemeinsame Projektarbeit in gemischten deutsch-türkischen Gruppen. Die Jugendlichen entwickelten Logos zu den Themen Demokratie und Nachhaltigkeit und stimmten anschließend über einen Entwurf ab. Das ausgewählte Logo wurde von der türkischen Gastgeberschule auf schwarze Trikots gedruckt, die allen Teilnehmenden als sichtbares Zeichen der gemeinsamen Projektwoche und als Erinnerung überreicht wurden.
Ergänzt wurde das schulische Programm durch außerschulische Lernorte und kulturelle Eindrücke. Dazu gehörten unter anderem der Besuch einer modernen Anlage zur nachhaltigen Müllverwertung, eine Bosporus-Tour sowie verschiedene Museumsbesuche. Gleichzeitig bot die Millionenmetropole Istanbul mit ihrer Lage zwischen Europa und Asien zahlreiche Gelegenheiten, Geschichte, Kultur und Gegenwart einer internationalen Stadt unmittelbar zu erleben.
Die Begegnung in Istanbul bildete damit die Grundlage für den Rückbesuch im Odenwald. Aus ersten Kontakten wurden persönliche Verbindungen, die während der Aprilwoche weiter vertieft werden konnten.
Das Erasmusprojekt zeigt eindrucksvoll, wie internationale Begegnungen interkulturelles Lernen fördern und junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stärken können. Sowohl die Studienfahrt nach Istanbul als auch der Rückaustausch im Odenwald machten deutlich, wie wertvoll der direkte Kontakt zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Länder ist. Die Teilnehmenden konnten ihre Sprachkenntnisse anwenden, neue Perspektiven gewinnen und erleben, wie wichtig Offenheit, gegenseitiger Respekt und Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg sind. Die Themen Demokratie und Nachhaltigkeit wurden dabei nicht nur theoretisch behandelt, sondern in Workshops, Projektarbeiten und im persönlichen Miteinander konkret erfahrbar gemacht. So stärkte der Austausch das gegenseitige Verständnis, das Verantwortungsbewusstsein und das Bewusstsein für gemeinsame Werte.
Text und Foto: Aysegül Aksit
Text zum Foto: Interkultureller Austausch im Odenwald
Vom 9.-14. Juni 2025 fand unsere Austauschfahrt über Erasmus+ zu dem Collège Henri Gamala in Le Collet-de-Dèze in den Cevennen statt. Bei diesem Collège handelt es sich um eine kleine, weiterführende Schule, die von knapp 90 Schülerinnen und Schülern von der 6. bis 10. Klasse besucht wird. Ein Drittel der Schülerschaft lebt dabei im schulinternen Internat.
Bereits mehr als ein Schuljahr zuvor begann unser Kontakt zu diesem Collège. Der französische Kollege, der eine britische Mutter hat, suchte über eTwinning einen Austauschpartner in Deutschland, um seinen Schülerinnen und Schülern kommunikativen Austausch mit Gleichaltrigen auf Englisch zu ermöglichen. Zunächst wurden von den französischen und deutschen Schülerinnen und Schülern Collagen im Kunstunterricht erstellt, um sich den Austauschpartnern vorzustellen. Anschließend wurden Steckbriefe geschrieben, die über Hobbys und Freizeitaktivitäten Auskunft geben sollten. Anfang des Jahres fanden dann mehrere Videokonferenzen statt, in denen die Schülerinnen und Schüler erste persönliche Kontakte knüpfen konnten und mit dem iPad konnte sogar eine Schulführung durchgeführt werden. Schließlich ging es nach langen Monaten, in denen die Neugier auf die französische Partnerschule und die Austauschpartner stetig gewachsen ist, endlich los.
Am 9. Juni um vier Uhr früh starteten schließlich 18 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrkräfte der 9Gc der EGS ihre Busfahrt nach Le Collet-de-Dèze. Nach über 13 Stunden Fahrt kamen sie in dem malerischen Feriendorf Les Hauts de Saint Privat an und bezogen ihre Häuser. Da sie Selbstversorger waren, gehörte das Kochen und Aufräumen zu den täglichen Aufgaben. In den folgenden Tagen verbrachten sie die Vormittage in dem Collège gemeinsam mit den französischen Austauschpartnern. Es wurden gemeinsam Ameisen unter dem Mikroskop begutachtet und ihren lateinischen Bezeichnungen zugeordnet, Elektrogeräte demontiert (um sie danach auf den Bauhof zu bringen und die Mülltrennung zu gewährleisten) und auf Englisch Unterrichtsgespräche geführt und ein "travel booklet“ erstellt. Der Höhepunkt des Austausches war ohne Zweifel der gemeinsame Ausflug nach Nîmes, wo sie das Pantheon, das Maison Carrée und die Gärten von La Fontaine besuchten und nachmittags viel Spaß bei dem gemeinsamen Bowlen hatten. Außerdem verbrachten sie einen Nachmittag in Le Collet-de-Dèze und spielten gemeinsam Fussball, bauten Steinskulpturen und vieles mehr. Die französischen Kollegen hatten ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Programm ausgearbeitet. Mittags wurde stets gemeinsam in der französischen Mensa gegessen. Außerdem besuchten sie während ihres Aufenthaltes Montpelier und Alès und die dortige Kohlemine. Nach fünf ereignisreichen und sehr kommunikativen Tagen mussten sie sich leider von ihren französischen Freunden verabschieden und den Heimweg antreten, wollen den Kontakt jedoch dauerhaft aufrechterhalten und hoffen auf einen Gegenbesuch der Franzosen im nächsten Jahr.


Von der Planung her sollte es ganz entspannt mit der Bahn nach Berlin gehen. Da am Sonntagmorgen jedoch der erste Zug nach Darmstadt erst um 7.30 Uhr ging, der Anschlusszug von Darmstadt nach Berlin jedoch plötzlich eine halbe Stunde früher abfahren sollte, war es mit „ganz entspannt“ leider vorbei.
Zwar ging es von Darmstadt dann mit dem ICE nach Hannover, aber dann mit dem Flix-Bus nach Berlin. Durch eine verspätete Abfahrt und hohes Verkehrsaufkommen kam die Gruppe mit Verspätung in Berlin an.
Für die Weiterfahrt zum Hostel mit dem ÖPNV benötigte die Gruppe entsprechende Tickets – doch jetzt begann eine „kleine Odyssee“ – am Busbahnhof waren alle Ticketautomaten kaputt – an der U-Bahn das gleiche Bild. Also zur S-Bahn – ein Automat der funktionierte. So konnte die Gruppe zum Hostel im Ostteil der Stadt fahren.
Der historische Schwerpunkt der Studienfahrt lag auf der deutsch-deutschen Geschichte. So begann der erste Tag mit einer Führung durch das ehemalige Gefängnis der Staatssicherheit in Hohenschönhausen. Als die Gruppe dort über ihre Unterkunft berichtete, hieß „ja, dass war die Junggesellenunterkunft der Staatssicherheit“. Bei dem Rundgang durch die ehemalige Haftanstalt, die, sowie deren Umgebung, auf den früheren Stadtplänen der „Hauptstadt der DDR“ nicht verzeichnet waren und nur als „weiße Fläche“ glänzte, erfuhr die Gruppe, wie man in der DDR mit Leuten umging, die anderer Auffassung waren als die herrschende Parteimeinung es erwartete.
Vom physischen Terror der „Anfangsjahre“ im sogenannten „U-Boot“ über den psychischen Terror im „Neubau“ konnte man sich ein Bild von den unmenschlichen Zuständen machen.
Am Nachmittag dann der „Gegenentwurf“ – das System der parlamentarischen Demokratie beim Besuch des Bundestages. Auf der Besuchertribüne wurde nicht nur das politische System erklärt, sondern die Schülerinnen und Schüler konnten aus ihren eigenen Erfahrungen, z.B. bei der Wahl der Klassensprecherin, berichten.
Den Abschluss machte der Besuch auf der Glaskuppel des Reichstagsgebäudes mit einem tollen Blick auf Berlin.
Der Besuch beim Bundesrat enthielt nicht nur eine Führung durch das Gebäude und einen Blick auf den Sitzungssaal, sondern im Anschluss daran durften die Schülerinnen und Schüler eine Sitzung des Bundesrates gestalten.
Eine Schülerin übernahm den Vorsitz und die anderen Schülerinnen und Schüler vertraten jeweils ein Bundesland.
In der anschließenden „Plenarsitzung“ nahmen die einzelnen „Bundesländer“ dann Stellung zu dem anstehenden Problem um abschließend abzustimmen.
Einen „Blick in die DDR“ eröffnete der Besuch in der Bernauer Straße mit den noch vorhandenen ehemaligen Grenzbefestigungsanlagen.
Wie der Alltag der Menschen in der DDR aussah, erfuhr die Gruppe beim Besuch in der „Kulturbrauerei“.
Über die „Neue Wache“ und den Wittenbergplatz ging es dann von Berlin-Mitte zum Kurfürstendamm. Mit vielen neuen Eindrücken kehrte die Gruppe nach Höchst zurück.


Im Rahmen des Erasmus+ Programmes der Europäischen Union besuchten Schülerinnen und Schüler des BSO und der EGS mit polnischen Schülerinnen und Schülern Stätten gemeinsamer Vergangenheit in Krakau, Auschwitz und Czestochowa.
Mit einem geführten gemeinsamen Rundgang durch die wunderschöne Stadt Krakau begann der „Weg durch die deutsch-polnische Geschichte. Die wechselvollen Ereignisse und unterschiedlichen Herrschaftsverhältnisse konnten im Stadtbild und auf dem Wawel – der Königsburg – erfahren werden
Die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit wurden in „Schindlers Fabrik“ deutlich. Immer wieder gingen die Gedanken auf der einen Seite zu Oskar Schindler zurück, der in der Zeit der deutschen Okkupation jüdische Menschen rettete und auf der anderen Seite der Generalgouverneur Hans Frank, der seine Frau als „Königin von Polen“ bezeichnete und weder auf jüdisches noch polnisches Leben Rücksicht nahm.
Die emotional starken Eindrücke des Museums hatten das gute Verhältnis innerhalb der Austauschgruppen zwischen den polnischen und deutschen Schülern in keiner Weise verändert. Heute sehen die Jugendlichen ihre Gegenwart und Zukunft in einem gemeinsamen Europa ohne Grenzen und ohne Hass aus der Vergangenheit.
Dies zeigte sich auch bei den Workshops in der Schule, als es um die Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit und die Vorstellung der aktuellen Situation ging.
Was im Unterricht nur anhand von Dokumenten nachvollzogen wurde, war nun in Auschwitz greifbare Realität geworden.
Bei strahlendem Sonnenschein, gepflegten Grünanlagen und Klinkerbauten im Stammlager Auschwitz I fiel es schwer, damit diese unsäglichen Grausamkeiten des „Tausendjährigen Reiches“ und das Leiden der Opfer zu verbinden. Eindrucksvoll waren die Berge von Menschenhaar, Bürsten und Kinderschuhen sowie die Giftgasbüchsen “Für Ungeziefervernichtung“.
Sprachlos und erschüttert standen die Schülerinnen und Schüler vor den Resten von „Kanada“ (so der Name des Ortes an dem in Auschwitz die Habseligkeiten der Opfer verwertet wurden) – Koffer mit den Namen von kleinen Kindern in denen die Eltern liebevoll die Sachen hineingepackt hatten die man an einem neuen Wohnort verwenden wollte und die nie mehr genutzt wurden weil die Besitzer gleich nach der Ankunft in die Gaskammern kamen.
Eine besonders eindrucksvolle multimediale Ausstellung, die von Yad Vashem in Jerusalem gestaltet wurde, führte anhand von Originalaufnahmen in die Realität der Bedrohung jüdischen Lebens in der Zeit des „Dritten Reiches“.
Und dort war das Buch mit den Namen der Ermordeten, ich fand meinen eigenen Name – er gehörte zu einem kleinen Jungen der mit sieben Jahren in Auschwitz ermordet wurde – trotz mehrerer Versuche war es mir emotional nicht möglich ein Foto zu machen.
Die immense Dimension von Auschwitz wurde im „Außenlager Birkenau“ noch unterstrichen. Im Gegensatz zum Stammlager ist allein die Größe und Organisation der „Todesmaschine“ unvorstellbar.
Da der Besuch der Gruppe zwei Tage nach den Feierlichkeiten zum achtzigsten Jahrestag der Befreiung stattfand, war das charakteristische Eingangstor zur Rampe von Auschwitz von einem großen Zelt verhüllt , somit war der Weg ins Lager ein anderer als in historischer Zeit und nicht alle Teile des historischen Ortes waren zugänglich.
Jasna Gora, in Czenstochowa, der Nachbarstadt der polnischen Schule, zeigte nochmals die engen historischen Beziehungen innerhalb Europas auf. Das Kloster mit der „Schwarzen Madonna“ vermittelte den religiösen Bezug der polnischen Gläubigen zu ihrer Geschichte.

Bild des Stammlagers

Im „Buch der Namen“ konnte man nach Opfern suchen – ich fand meinen „Namensvetter“ – 1936 in Berlin geboren und 1943 in Auschwitz ermordet……