
Mit sensationellem Erfolg nahmen die Jugendchöre der Ernst-Göbel-Schule aus Höchst, „Coro Belcanto Höchst im Odenwald“ sowie „Boyzonly“, beim internationalen Chorwettbewerb „Europa, deine Lieder“ in Barcelona teil. Bei diesem Chorwettbewerb, bei dem sich Chöre aus ganz Europa einer internationalen Jury unter dem Vorsitz von Musikdirektor FDC Michael Rinscheid (Attendorn) stellen, konnten sich die beiden Chöre sowohl Silber als auch Bronze sichern: Boyzonly gelang mit 75 von 100 möglichen Punkten der Bronzerang und Coro Belcanto Höchst im Odenwald gelang mit 81,5 Punkten sogar Silber. Gefragt waren Volksliedsätze aus den jeweiligen Herkunftsländern – jeder Chor hatte 20 Minuten Zeit, um zu „performen“. Seit Februar wurden diese Lieder geprobt, sogar die Sommerferien wurden zum Proben genutzt, traf man sich doch zwei Mal pro Woche an einem Abend. Nach den Ferien hieß es dann jeden Tag proben: Jede erste Pause war „Probenpause“. „Unsere Arbeit hat sich gelohnt“, betont Raphael Lenhart (16), Tenor und einer der drei Präfekten des Chores.
„Es ist toll, Teil einer solchen Gemeinschaft zu sein und das alles hier erleben zu dürfen“, wirft Teresa Wölfelschneider (11), das jüngste Chormitglied, ein. Sichtlich stolz und fast zu Tränen gerührt war der musikalische Leiter beider Ensembles, Chordirektor FDC Alexander Th. Link: „Unglaublich, mit welcher Probendisziplin und Freude diese jungen Sängerinnen und Sänger ans Werk gehen“, freute er sich nach Bekanntgabe der Wertung. So ist es auch nicht weiter tragisch, dass die Pokale aus echtem Plastik sind. Der symbolische Wert zählt!
Schon bei der Auftaktveranstaltung in der Kirche „Santa Maria del Pi“ durften beide Chöre zusammen mit einigen Spitzenchören auftreten. Zwei Tage später war dann Wettbewerb für die Höchster Chöre in der akustisch hervorragenden Kirche „San Jaume“. Die Juroren, Michael Rinscheid (Deutschland) und Sanna Salminen (Finnland) waren voll des Lobes für die Ensembles. „Ihre Arbeit ist hervorragend, wir freuen uns auf viele weitere internationale Auftritte von Coro und Boyzonly“, flüsterte Salminen dem Chorleiter Alexander Th. Link bei der Preisverleihung ins Ohr. Bereits in Barcelona erreichten die beiden Chöre Glückwünsche der Schulleitung aus Höchst. Schulleiterin Marion Braun schrieb schon am gleichen Tag: „Ein großes Kompliment an den Chorleiter und alle Schülerinnen und Schüler, die die EGS in Barcelona so erfolgreich vertreten haben.“ Auch Konrektor Tobias Benz sparte nicht mit Lob: „Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Erfolg in Barcelona! Silber und Bronze bei einem internationalen Chorwettbewerb zu holen, ist wirklich eine starke Leistung!“ Link hob auch die hohe soziale Kompetenz seiner Chöre hervor: „Während der ganzen Reise war es so wunderbar, zu sehen, wie die großen Sänger sich um die Kleineren kümmern und ihnen helfen, kein Gemeckere, einfach nur wunderbar!“ Nach dem Wettbewerb und dem gebührenden Feiern kam natürlich Sightseeing nicht zu kurz: Per Bus wurden Sehenswürdigkeiten wie Park Güell, Camp Nou, Casa Batlló, der berühmte Strand „La Rambla“ und natürlich die „Sagrada Familia“ entdeckt und besichtigt. Bereits beim Besuch der Sagrada Familia türmten sich dunkle Gewitterwolken auf, die sich am Abend sintflutartig über Barcelona ergossen. Dieses Unwetter war so stark, dass die beiden Chöre sogar die Abschlussveranstaltung am Strand absagen mussten. „Es wäre unverantwortlich, die Kinder einer solchen Gefahr auszusetzen“, betonte Link und man blieb kurzerhand im Hotel. Dies war auch noch am Folgetag zu spüren, konnte der Rückflug nach Frankfurt erst mit zwei Stunden Verspätung starten.
So ging eine wunderbare Reise zu Ende, doch nicht ohne eine besondere Einladung: Helene Bachlehner, Geschäftsführerin von „Courtial International“, dem Dachverband des Chorwettbewerbs, sprach eine exklusive Einladung für die beiden Chöre aus: Beide Chöre dürfen in San Giovanni a Porta Latina, einer Basilika in Rom, ein Konzert geben, verbunden mit der Mitgestaltung einer Papstmesse im Petersdom in Rom. So sind weitere Highlights schon vorprogrammiert. Doch auch die Chöre sprechen eine Einladung aus: Sie freuen sich, wenn möglichst viele Menschen an ihrer Freude teilhaben und zu künftigen Konzerten kommen, denn nur so kann die Kasse wieder gefüllt werden, um wirklich nach Rom zu reisen und die Einladung anzunehmen.
Text und Foto: Alexander Link